Montag, April 13 2020

Buch #4

Mensch, wo bist du? von Uwe Appold / Ausschnitt von Pierre Stutz

Im Schöpferhaus wohnen

Bei sich selbst zu Hause sein
verwurzelt in der Schöpfung
sich erinnernd
achtsam mit sich selbst
mitfühlend mit anderen
wachsen und reifen können
Eingebunden im Schöpfungskreis
ermutigt zum Aufstand
für die Würde aller Menschen
für das Recht auf Nahrung
für Klimagerechtigkeit
für unsere Mitgeschöpfe – Tiere und Pflanzen
Dankbar – verantwortungsvoll
miteinander im Schöpfungshaus
deinen Segen feiern.

Buch #3

50 Rituale für die Seele von Pierre Stutz / Seite 35

DASITZEN

Dasitzen
tief ein- und ausatmen
meine Auflagefläche wahrnehmen
meine Füße mit jedem Ausatmen
noch mehr wirklich auf dem Boden niederlassen
und dabei Druck abgeben
weil ich nicht alles im Kopf
und in meinem Schulterbereich festhalten
muss

Dasitzen
vor der nächste Anforderung
mir einem Moment des Innehaltens gönne
meine Auflagefläche wahrnehmen
meinen Beckenraum
noch mehr wirklich auf dem Stuhl niederlassen
und dabei Druck abgeben
in meine verkrampften Stellen hineinatmen
einfach so gut es geht
mit Wohlwollen und Bestimmtheit

Dasitzen
mein Selbstvertrauen stärken
in der Dankbarkeit dem Leben gegenüber
im tiefen Ein- und Ausatmen spühren
was mir Kraft schenkt
was mir gut tut
was gelungen ist seit heute Morgen
darin das Wirken Gottes erahnen
um achstamer mich neu einzulassen
auf die Anforderungen des Lebens

Dienstag, Januar 7 2020

Buch #2

Gerald Hüther & Christoph Quarch / RETTET DAS SPIEL! Weil leben mehr als funktionieren ist / Seite 210-213

Nachspiel im Himmel
“Wollen wir wieder Menschen spielen?“
fragte Zeus die Götterrunde.
„Lieber nicht“, erging die Antwort
seines Bruders Hades.
Denn als Herr über die Toten
mochte er das Spielen nicht.
Liebe, Lust und Leichtigkeit
waren nicht der so seine Sache,
er stand auf den Ernst des Lebens;
und er war damit zufrieden,
dass die Menschen ernst und eifrig
sich durch ihre Tage plagten.

Zeus jedoch ließ das nicht gelten:
„Schaut doch nur“ erging sein Wort,
„wie die Sterblichen verkümmern.
Immerzu sind sie in Sorge,
schmieden dauernd neue Pläne,
setzen dauernd neue Zwecke,
rechnen, prüfen, kalkulieren,
diskutieren, lamentieren,
rechnen wieder, rechnen schneller,
rennen rast- und ruhelos,
sehen nichts mehr als sich selbst,
hören nur das dumpfe Surren
ihrer eigenen Gedanken,
sehen nichts mehr als das Flimmern
ihrer Smartphone-Monitore,
sind gelangweilt und erfinden
dauernd neue Ablenkungen,
um die Leere ihres Innern
nicht zu spüren, nicht zu fühlen.
Ach, die Menschen tun mir leid,
immerzu sind sie zerstreut,
niemals sind sie ganz lebendig.“

Da der Göttervater schwieg,
wischte sich die bezaubernde Venus
eine schöne Träne fort.
„Du hast recht“, sprach sie zum Vater,
„lass uns wieder Mensch spielen.
Lass uns Liebe, Lust und Lachen
wieder auf die Erde tragen.
Lass uns Schönheit, Spiel und Freude
wieder auf die Erde pflanzen“ -
„Recht so“, sprach da auch Apollon,
„kommt, wir wollen uns verkleiden
und uns auf der Erde tummeln,
kommt, wir heilen sie vom Irrsinn,
immer nützlich sein zu müssen,
immer klug und profitabel,
zielgerichtet, fokussiert. Dieser Irrsinn
brauch ein Ende. Nehmen wir sie
an der Hand, führen sie einander zu,
dass sie sich begegnen können,
statt einander zu gebrauchen.
Sich einander zuhören und sehen,
singen sollen sie und tanzen,
nutzlos sich am Leben freuen.“

Hermes, der die Menschen mochte
und Gefallen dran fand,
dass sie rastlos darum ringen,
Wohlstand zu Profit zu schaffen,
hielt dagegen und bemerkte,
auch Gewinnstreben und Schlauheit
seien schöne Qualitäten, die das
Leben lustig machen. Aber letztlich
gab auch er zu, dass die Sterblichen bei aller
Schnelligkeit und Effizienz
stets vergessen, was am Ende
doch das Beste ist und bleibt:
Leichtigkeit und Lebensfreude,
Liebe und Lebendigkeit.

Und so traf‘s sich, dass die Götter
wieder auf die Erde kamen,
um das Menschenspiel zu spielen.
Niemand konnte sie erkennen,
gut getarnt und still und heimlich
schlichen sie in Menschenhirne,
lockerten darin Synapsen
und erstarrte Denkstrukturen,
und nach gar nicht langer Zeit
war ein Wandel zu erkennen.
Erst spielte ein zartes Lächeln
auf dem Antlitz junger Menschen,
später hörte man sie lachen,
sah sie tanzen, sah sie spielen.
Und das Leben kam zurück.
Die Menschen aber staunten
und bemerkten:

Das Spiel beginngt.

Donnerstag, Dezember 5 2019

Buch #1

LIAO - FAN YUAN - Die Vier Lektionen des Lebens. ????Kapital aus Zweite Lektion - Wege, sich zu verbessern. Auf Seite 64-65.

Jemand, der sich bemühen will, seine Fehler zu korrigieren, sollte verstehen, warum er gewisse Dinge nicht tun soll, und zwar noch bevor es verboten wird, diese Dinge zu tun.

Wenn es zum Beispiel um den Fehler geht, lebende Wesen zu töten, sollte man auf folgende Weise nachdenken: Es ist eine Tugend des Himmels, alle lebenden Wesen zu lieben. Wenn ich verstehe, dass alle lebenden Wesen das Leben lieben und den Tod fürchten, wie kann ich in mir selbst Frieden finden, wenn ich des anderen Leben nehme, um mein eigenes zu nähren?

Manchmal werden Tiere erst zerschnitten und dann gekocht. Solche Schmerz und solche Qual reicht bis in ihre Knochen hinein. Wie können wir so grausam sein? Wenn wir essen, verwenden wir viele teuere und schmackhafte Dinge, um uns zu ernähren, genug, um den ganzen Esstisch zu füllen!

Aber wenn die Mahlzeit einmal gegessen ist, werden selbst die besten Delikatessen zu körperlichen Abfall und Ausscheidungen. Das Ergebnis unseres Tötens führt zu nichts.

Vegetarisches Essen kann uns genauso sättigen und ernähren. Warum sollten wir Leben vernichten und unser Glück durch Töten mindern? Denke an alle Lebewesen aus Fleisch und Blut. Wie wir sind sie sie sich ihres bewusst. Sie und wir sind eine Einheit.

Obwohl unsere Kultivierung der Tugend noch nicht das Stadium erreicht hat, das diese Wesen befähigt, uns zu respektieren und sich um uns herum sicher zu fühlen, dürfen wir sie nicht verletzen oder sie dazu bringen, uns in alle Ewigkeit zu hassen. Wenn wir darüber nachdenken, werden wir uns natürlicherweise um diese Tiere sorgen lernen und somit unfähig sein, ihr Fleisch zu schlucken.